Wie Bitcoin die Umwelt zerstört

10.12.2018
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Die Begriffe „Bitcoin“ und „Umwelt“ in einem Satz zu sehen, wirkt auf den ersten Blick ungewohnt und der Zusammenhang wird nicht direkt gesehen. Dabei hat Bitcoin derzeit einen massiven Einfluss auf den weltweiten Energieverbrauch und somit im Folgeschluss auch auf die Umwelt.

Veraltete Technologie und hoher Energieverbrauch

Laut einer Studie verbrauchte das sogenannte „Mining“ von Bitcoin bis Mitte dieses Jahres bereits 30,1 Milliarden Kilowattstunden an Strom. Im Vergleich dazu muss erwähnt werden, dass das Land Dänemark im Jahr 2015 insgesamt nur 31,4 Milliarden Kilowattstunden benötigt hatte. Forscher sehen in diesem enormen Energieverbrauch erhebliche Folgekosten für die Umwelt. Es war schon länger bekannt, dass Bitcoin und Co. große Stromfresser sind, aber der Verbrauch hat in den letzten Jahren stärker zugenommen als erwartet. Grund für den hohen Energieverbrauch von Bitcoin ist seine veraltete Technik. Als älteste Kryptowährung arbeitet Bitcoin immer noch mit der gleichen Technik, mit der 2008 gestartet wurde. Sie nutzt einen sogenannten „Proof-of-work-Algorithmus“. Dieser Algorithmus war der erste, der sich selbst bestätigen konnte. Es gibt heutzutage aber schon energieeffizientere Algorithmen, wie beispielsweise den „Proof-of-stake-Algorithmus“. Hierbei ist nämlich der Besitzer von den Münzen gleichzeitig auch der Schürfer der Münzen und somit benötigt der Prozess insgesamt weniger Energie.

Bitcoin, der Klimakiller

Der enorme Anstieg an Stromverbrauch, für welchen Bitcoin in den letzten Jahren gesorgt hat, ist bedenklich. Es gibt bereits Studien, die besagen, dass wenn Bitcoin sich so stark und schnell verbreitet wie andere Techniken es schon getan haben, kann sogar der Klimawandel beeinflusst werden. So würde die Erstellung von Bitcoin genug CO2 freisetzen, dass die globale Erwärmung innerhalb von weniger als drei Jahrzehnten auf mehr als zwei Grad erhöht werden könnte. Derzeit wird der gesamte jährliche Stromverbrauch von Bitcoins auf mehr als 73 Terrawattstunden geschätzt. Diese Zahl ist mehr als beunruhigend, da Österreich als komplettes Land weniger Strom verbraucht. Der Energieverbrauch von Bitcoin im Vergleich zu 2017 ist um das Dreifache angestiegen. Der hohe Energieverbrauch von Bitcoin ist auf seine Technologie zurückzuführen. Bei dieser Kryptoanlage werden Buchungsvorgänge kryptografisch verschlüsselt und in einer dezentralen Datenbank aneinandergekettet. Dieses Prinzip nennt sich Blockchain. Für die Durchführung dieser Vorgänge wird ein größerer Rechenaufwand benötigt. An der Schürfung von Bitcoins kann sich im Prinzip jeder Verbraucher mit Computer und Internetzugang beteiligen. Allerdings werden die Schürfungsprozesse schon länger von professionellen Akteuren dominiert. Etwa die Hälfte der Bitcoin-Farmen sind aufgrund subventionierter Energiepreise in China angesiedelt.

Andere Systeme sind energieeffizienter

Im Vergleich zu anderen Anlagen ist Bitcoin ein wahrer Stromfresser. Der Aufwand für die digitalen Münzen ist dreimal größer als für die Gewinnung von Gold, Platin oder Kupfer. Noch schlechter in der Energiebilanz schneidet nur die Herstellung von Aluminium ab. Aluminium wird durch das Extrahieren aus Bauxit gewonnen, da dieses die höchste Konzentration an Aluminiumoxid aufweist. Mittels eines galvanischen Bades werden so aus 1,9 Kilogramm Aluminiumoxid 1 Kilogramm reines Aluminium gewonnen. Andere Zahlungssysteme erweisen sich als fast stromsparend im Vergleich zu den digitalen Währungen. Der Energieverbrauch einer einzigen Bitcoin-Transaktion entspricht nämlich dem von mehr als 460.000 Transaktionen, die mit Visa-Karten abgeschlossen werden. Selbst wenn noch der Energieverbrauch von den Niederlassungen von Visa mit in die Rechnung aufgenommen wird, schneidet Bitcoin um vieles schlechter ab. Da jedoch der Kurs drastisch eingebrochen ist, haben seit Anfang November bereits zwischen 600.000 und 800.000 Bitcoin-Miner aufgegeben. Dadurch verbraucht das Netzwerk „nur“ noch 52 Terrawattstunden pro Jahr und der Trend nimmt weiter ab, was wiederum gut für die Umwelt ist.




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