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Straßenmusiker und die Digitalisierung

30.06.2018
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Das bargeldlose Bezahlen mit NFC-fähigen Karten und Smartphones ist ein Teil des technischen Fortschritts, welcher sich, dank der Digitalisierung, nun auch in anderen soziale Sphären ausbreitet. Abseits der herkömmlichen Ladenkassen werden vielleicht schon bald auch Straßenkünstler Geldkarten als gängige Zahlmethode akzeptieren.

Inklusion dank iZettle

Der Fortschritt des bargeldlosen Bezahlens macht sich in den meisten alltäglichen Bereichen breit. Allerdings war diese Zahlmethode in manchen Bereichen des sozialen Lebens bisher nicht möglich. Die Rede ist hier von Bettlern am Straßenrand oder auch Musikern in der Fußgängerzone. Diese haben nämlich kein Lesegerät dabei, mit welchem ihnen ein kleiner Geldbetrag überwiesen werden kann. Diese Exklusion bestimmter Randgruppen soll sich aber demnächst ändern. Das schwedische Unternehmen „iZettle“ testet in den nächsten Monaten eine Technik, die vor allem Straßenkünstlern zu Gute kommen soll. Diese Technik soll es den Künstlern ermöglichen, dass ihnen bargeldlose Zahlungen von Passanten überwiesen werden können, ohne, dass sie dafür ihre Darbietung unterbrechen müssen. Die Technik soll in London getestet werden. Die Musiker erhalten dafür ein Lesegerät, welches auf einen festen Betrag eingestellt werden kann. So können Passanten mit minimalen Aufwand über eine Kontaktlos-Karte mit NFC-Chip oder mit einem NFC-fähigen Smartphone den eingestellten Betrag zahlen. Die Technik soll den Künstlern in den kommenden Monaten zugänglich gemacht werden.

Ausführung des Projekts lässt noch Fragen offen

Das Projekt wird unter anderem gefördert von Londons Bürgermeister und dem Musiker Passenger, der auch als Straßenmusiker anfing. Sinn der Initiative ist, dass die Passanten den aufstrebenden Künstlern ihre Wertschätzung auf einfachstem Weg zeigen können. Einige Musiker konnten das System bereits im Vorfeld testen und sind begeistert von der Technik, da sie am Ende des Tages sogar mehr Geld erhielten. Grund dafür könnte sein, dass die Passanten nun nicht mehr nach passenden Münzen suchen müssen. Ob sich die neue Technik auch schließlich durchsetzen wird, ist unklar. Damit das Projekt ein Erfolg werden kann, muss die Bevölkerung diese neue Art des Bezahlens erst erlernen. Problematisch ist zudem, dass ein Großteil der Bevölkerung ihre Mobile-Payment-Lösungen nicht einmal für alltägliche Zahlungen, wie den Lebensmitteleinkauf, nutzt. Es ist klar, dass die NFC-Technik vor allem bei kleineren Beträgen viel Zeit sparen kann, doch nur diese kleine Vereinfachung ist den Verbrauchern nicht genug. Zudem ist bisher noch nicht klar, wie hoch die Gebühren sind, die bei einer Transaktion anfallen würden. In der Vergangenheit lag hierbei oft der Grund, warum sich diese Payment-Lösung nicht lohnte.

Pilotprojekt und wieso es scheitern könnte

Im Pilotprojekt wurden etwa ein Dutzend Straßenmusiker mit Kartenlesegeräten für das bargeldlose Bezahlen ausgestattet. Die Organisation „Busk in London“ stellte den Musiker dazu die Geräte zur Verfügung. Solch ein Kartenlesegerät kann aber auch für rund 30 Euro selbst gekauft werden. Es zeichnet sich bei manchen Straßenkünstlern ein Muster im Zahlverhalten der Passanten ab. So geben Touristen eher lieber Bargeld und die Einheimischen zahlen auch öfter mal mit der Karte. Touristen haben oft Angst vor der Unsicherheit der Kartenlesegeräte. Genau diese Angst wäre vermutlich auch ein Problem, falls die Technik in diesem Rahmen nach Deutschland kommen sollte. Gerade in Deutschland haben die Verbraucher nämlich Angst davor, dass das kontaktlose Bezahlen noch nicht sicher genug ist. Die Technik stellt zwar eine Inklusion aller sozialen Schichten dar, aber ob sich diese auch im Nachhinein für die betroffenen Randgruppen lohnt, ist eine Frage, die nur die Zukunft beantworten kann.




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