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Schweden – Die erste bargeldlose Gesellschaft?

19.12.2018
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Die Welt verändert sich ständig. Teil dieser Veränderung sind auch ökonomische Strukturen. Bargeld, so wie wir es heute kennen, existiert in Europa seit dem Mittelalter. Im Jahr 2018 lassen sich aber einige Anzeichen dafür finden, dass es mit dem Bargeld zu Ende gehen könnte. Schweden könnte tatsächlich die erste bargeldlose Gesellschaft der Welt werden.

Schweden schafft das Bargeld ab

Nach Schätzungen der Schwedischen Nationalbank wird 2020 wohl kaum ein schwedischer Bürger noch mit Bargeld bezahlen. Nur rund 0,5 Prozent der Bürger werden ihre Einkäufe mit Scheinen und/oder Münzen bezahlen. Diese Entwicklung führt dazu, dass es kaum noch Geldautomaten gibt und sich auch viele Geschäfte weigern weiterhin Bargeld anzunehmen. In einer bargeldlosen Gesellschaft sind diese Dinge aber auch nicht mehr nötig. In einer dänischen Studie wurden einige Vorteile einer bargeldlosen Gesellschaft zusammengefasst. Laut dieser Studie könnte die Verbrechensrate sinken, da es weniger Überfälle geben würde und auch das Schwarzgeld besser bekämpft werden könnte. Ein weiterer Vorteil bei der Abschaffung von Bargeld ist, dass tatsächlich auch Krankheiten zurückgehen könnten. Da Bargeld ständig in andere Hände gelangt, haften viele Keime an den Scheinen und Münzen. Des Weiteren kosten die Produktion und der Transport von Bargeld selbst auch noch einmal Geld. Mit all diesen Vorteilen vor Auge könnte es sein, dass Schweden das erste Land ohne Bargeld werden würde. Wie bei allem gibt es aber auch hierbei Nachteile. So ist das Verhalten der Verbraucher schlecht einzuschätzen und sie werden zu Beginn große Probleme damit haben, sich an die Umstellung zu gewöhnen.

Ein Leben ohne Bargeld

Ein Leben gänzlich ohne Bargeld ist für die meisten Deutschen schwer vorstellbar. Dabei gibt es allerhand Alternativen zu Scheinen und Münzen. Auch hierzulande werden zahlreiche Apps angeboten, die das bargeldlose Zahlen erleichtern. Laut einer Studie der Deutschen Bank haben die Deutschen 2017 mehr als 21 Milliarden bargeldlose Zahlungen getätigt. Anbieter wie Apple, Google, aber auch Banken und Kreditkartenanbieter treiben den Trend der bargeldlosen Zahlungen voran. Die bargeldlose Zahlung soll den Einkauf beschleunigen und vereinfachen, was das Bargeld von der Bildfläche verdrängen könnte. Auch tragen „Mobile Wallets“ dazu bei, dass das Bargeld immer mehr verschwindet. Innerhalb der Wallets lassen sich Informationen zu Bankkarten speichern. Eine der gängigsten Wallets ist das Bezahlsystem PayPal. Hauptsächlich werden diese Bezahlsysteme aber im Internet genutzt. Dieser Trend steigt zwar, aber dem schwedischen Beispiel wird Deutschland wohl nicht so schnell folgen. Eine vollständige Abschaffung des Bargeldes lehnen nämlich 88 Prozent der Deutschen ab.

Schwedens eigene Kryptowährung

Kryptowährungen sind bei den meisten Staaten als rechtliche Währung umstritten. Venezuela war das erste Land weltweit, das eine staatliche Kryptowährung einführte. Schweden möchte diesem Beispiel nun folgen und im kommenden Jahr mit der „E-Krona“ ihre eigene Kryptowährung einem Praxistest unterziehen. Die Schwedische Reichsbank ermittelt schon seit mehr als einem Jahr, wie sich die Einführung einer staatlichen Kryptowährung auswirken könnte. Ähnlich wie Bitcoin, wird auch die E-Krona auf Blockchain-Basis betrieben. 2019 soll eine Testphase starten, die zwei Jahre andauern soll. Die E-Krona wird zunächst auf Prepaid-Karten-Basis getestet. Dem Nutzer soll so begrenzte Anonymität zugestanden werden. Schweden möchte dennoch unter anderem Terrorfinanzierung und Geldwäsche unterbinden. Ziel der neuen Kryptowährung soll zudem sein, dass die Geldschöpfung für den alltäglichen Zahlungsverkehr nicht den Privatbanken allein überlassen werden soll. Die Steuerungsmöglichkeiten der Notenbank sollen durch die Ausgabe von Kryptowährung steigen, da sich diese besser kontrollieren lassen als Bargeld.




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