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Sberbank of Russia gibt PRO100 Bankkarten heraus - Was hat es damit auf sich?

06.08.2014

Dass eine der größten russischen Banken an ihre Kunden neue Karten herausgibt, ist an sich keine wirkliche Sensation. Interessant ist allerdings das „Warum“? Russland wurde in den vergangenen Wochen mit einigen Sanktionen der USA und EU konfrontiert als Reaktion auf die Ukraine-Krise. Nachdem Visa und MasterCard kurzzeitig die Kreditkarten russischer Kunden sperrten und wieder freischalteten, wurde die Sberbank neben vier weiteren russischen Banken auch auf die Sanktionsliste gesetzt. Diesen Instituten wird der Zugang zu europäischen Kapital- und Finanzmärkten mehr als erschwert. Doch die Sberbank lässt sich das nicht bieten.

Nachdem Visa und MasterCard, die beiden weltweit größten Kreditkartenunternehmen, die Karten russischer Bürger für Verfügungen sperrten und wenige Zeit später wieder freischalteten, kündigte Vladimir Putin eine eigene, nationale Kreditkarte an. Wie im Juni 2014 bekannt wurde, entwickelte Payment Technologies bereits einen eigenen Kartenchip auf Basis russischer Technologien und Sicherheitsstandards. Der Chip soll in Aufbau und Funktionen denen führender ausländischer Zahlungssysteme – darunter Visa und MasterCard – in Nichts nachstehen. Experten machen aber deutlich, dass an eine Massenproduktion nicht zu denken ist, solange der Chip nicht eine mindestens 1,5-jährige Testphase durchlaufen habe. Demnach  könne man frühestens Herbst 2015 mit Karten, die diese neue Chip-Technologie aufweisen, rechnen. Doch nun kommt alles anders.

800.000 Karten werden ausgeliefert

Die Sberbank of Russia informierte jetzt darüber, bereits die ersten eigenen Bankkarten des russischen Zahlungssystems Universal Electronic Card (UEC; PRO100) an Kunden auszuliefern. 800.000 PRO100 Karten sollen bereits herausgegeben wurden sein. Sie werden an mehr als 450.000 nationalen Akzeptanzstellen sowie von der Sberbank selbst als auch bei Banken, welche im UEC System agieren, akzeptiert. Die Frage, die sich dabei stellt: Sind das die russischen Karten, die Putin ankündigte?

Schon vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das von Putin und der russischen Zentralbank geplante nationale Zahlungskartensystem auf eines der bereits existierenden Systeme, Sberbank’s PRO100 oder Zolotaya Korona (Golden Crown), basieren sollen. Und nun werden bereits erste eigene Karten der Bank herausgegeben. Das lässt Platz für Spekulationen.

Hatte die Bank schon länger eigene, russische Karten geplant? Wurde die Kartenentwicklung und -herausgabe seitens Putin aufgrund der aktuellen Sanktionen nun doch vorangetrieben? Offen bleibt auch, ob die PRO100 Bankkarten auch im Ausland einsetzbar sind. Putins Plänen zufolge sollten die nationalen Zahlungskarten, die er so vehement forderte, auch grenzüberschreitend genutzt werden können.

Über die Sberbank of Russia

Die Sberbank of Russia ist nach eigenen Aussagen die größte Bank Russlands und eines der führenden Finanzinstitute weltweit. Sie wurde von der russischen Zentralbank gegründet, die wiederum die Mehrheitsanteile besitzt. Die Bank ist in 22 Ländern weltweit tätigt, darunter Österreich. Die Sanktionen betreffen allerdings nur das russische Gebiet, sodass die Künden der österreichischen Tochter bisher nichts zu befürchten haben.




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