Mastercard setzt auf biometrische Lösungen

25.04.2019
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Die meisten Smartphones, ob Apple oder Android, verfügen heute über Authentifizierungsverfahren, wie Fingerabdrucksensoren oder Gesichtserkennung. Mit diesen Verfahren können die Besitzer sicherstellen, dass kein anderer sich Zugriff zum Smartphone verschafft. Diese Verfahren werden schon seit Längerem auch beim Bezahlen mit Kreditkarte genutzt. Bankkunden müssten sich keine Passwörter mehr merken, sondern könnten ganz einfach ihren Kauf mit dem Fingerabdruck bestätigen. Diese Verfahren werden auch „biometrische Lösungen“ genannt. Mastercard setzt jetzt auf diese Lösungen.

Biometrische Lösungen

Seit Anfang April sind Banken, die Mastercard-Karten herausgeben, dazu verpflichtet zumindest eine biometrische Lösung für die Karten anzubieten. Mastercard ist eine US-amerikanische Gesellschaft, die Zahlungskarten (Kreditkarten, Debitkarten und Guthabenkarten) herausgibt. Das Unternehmen mit seinem Hauptsitz in New York besteht bereits seit dem Jahre 1966. Mastercard möchte mit den biometrischen Lösungen das Einkaufserlebnis seiner Kunden verbessern. Unter Biometrie-Lösungen werden Authentifizierungsmethoden wie Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung verstanden. Diese Authentifizierung ist notwendig, um die Identität eines Kunden bei Einkäufen nachzuweisen. Verbraucher bevorzugen diese Art der Zahlungsmethode und daher ist sie auch zunehmend auf Tablets und Smartphones verfügbar. Mastercard möchte, neben der Verbesserung des Kundenerlebnisses, auch die Sicherheit bei Online- und Offlinekäufen ausbauen und für eine reibungslose Bezahlung mit reduzierten Abbruchraten sorgen. Der „Mastercard Identity Check“ ist in 37 Ländern weltweit verfügbar und ermöglicht es den Mastercard-Kunden die biometrischen Lösungen anzuwenden.

Studie bestätigt Trend zu Biometrie-Lösungen

Eine Studie der Oxford University bestätigt, dass die Mehrheit der Verbraucher Biometrie-Lösungen passwortbasierten Systemen gegenüber bevorzugt. Die Studie ist in Zusammenarbeit mit Mastercard entstanden. Ganze 93 Prozent der Befragten gaben an, dass sie biometrische Lösungen lieber anwenden. Befragt wurden zudem auch Bankfachleute. Von diesen gaben 92 Prozent an, dass sie diese Lösungen in ihr Portfolio integrieren möchten. Innerhalb der Studie wurden zudem Finanzinstitute befragt und diese berichteten, dass der biometrische Authentifizierungsprozess die Kunden in ihrer Kaufentscheidung zusätzlich bestärkt. Das Kundenerlebnis ist deutlich besser bei den biometrischen Lösungen und daher sind die Abbruchraten bis zu 70 Prozent niedriger als bei anderen Methoden, wie beispielsweise dem Einmal-Passwort, welches dem Kunden per SMS zugeschickt wird. Grund für die hohen Abbruchraten bei anderen Authentifizierungsmethoden ist der Aufwand, den Verbraucher oftmals in diesen stecken müssen. Die Methoden sind meist nämlich zu zeitintensiv oder kompliziert aufgebaut und deshalb wird die Webseite des Anbieters verlassen, bevor der Kauf abgeschlossen wird.

Mit Biometrie zum Erfolg

Der Wechsel von Mastercard zu biometrischen Technologien ist Teil eines neuen Aktionsplans. Dieser Plan soll Banken, Händler und Partner dabei helfen Betrug zu verhindern. Dabei soll aber auch das Einkauferlebnis der Kunden im digitalen Raum verbessert werden. Dieser Plan entspricht wohl auch den neuen Regulierungen zur Authentifizierung durch PSD2. „PSD2“ ist die zweite Zahlungsdiensterichtlinie der Europäischen Kommission im Zahlungsdiensterecht und trat bereits im Januar 2016 in Kraft. Die Richtlinie war innerhalb der europäischen Länder im Zeitraum von zwei Jahren in das Recht des Mitgliedstaates umzusetzen. Der Plan von Mastercard enthält zudem auch ein neues Servicepaket. Dieses besteht aus „Mastercard Decision Intelligence“ und „Automatic Billing Updater“. Dieses Paket beinhaltet aktuelle Technologien. Mit dem Servicepaket will Mastercard nicht nur seinen Partnern dabei helfen, die PSD2-Regulierungen zu erfüllen, sondern auch die Bezahlsituation des Kunden zu verbessern. Wenn es nach der US-amerikanischen Zahlungskartengesellschaft gehen würde, wäre auch längst das Bezahlen im stationären Handel schon mit den biometrischen Lösungen möglich.




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