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Kredite aus dem Ausland

07.04.2018
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Ein Kredit muss her, aber die heimische Bank gewährt keinen? Dank Globalisierung rückt die Welt auch im Finanzwesen immer näher zusammen. Deshalb scheint ein Kredit aus dem Ausland die beste Alternative zu sein. Aber worauf muss ein Verbraucher bei diesen Auslandskrediten achten und was ist der Unterschied zu Krediten deutscher Banken?

Was ist das besondere an Auslandskrediten?

Die Bankgeschäfte eines Verbrauchers müssen nicht unbedingt an das Heimatland gebunden sein. Das bedeutet, dass ein Verbraucher, der in Deutschland wohnt, sich auch einen Kredit von einer ausländischen Bank gewähren lassen kann. Dazu muss sich der Verbraucher nur mit der Bank im Ausland in Verbindung setzen. Das wirklich besondere an Krediten aus dem Ausland ist das Schufa-System. Oder wohl eher das Fehlen eines solchen Systems bei ausländischen Banken. Das Schufa-System, so wie es in Deutschland existiert, ist weltweit einzigartig. Viele deutsche Banken vertrauen diesem System, um die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden zu prüfen. Banken in Deutschland sind nämlich gesetzlich dazu verpflichtet die Kreditwürdigkeit eines Antragsstellenden zu prüfen. Ausländische Banken können auf dieses System nur bedingt zugreifen. Allerdings lässt sich die Schufa den Zugriff auf ihr System teuer bezahlen, deshalb weichen ausländische Banken auf andere Systeme aus.

Warum ein Kredit aus dem Ausland?

Die Antwort auf die Frage wieso ein Kredit aus dem Ausland vorteilhaft sein kann, hat viele Gründe. Der erste und wahrscheinlich einfachste Grund ist, dass in Deutschland einfach kein Kredit gewährt wurde. Banken in Deutschland gewähren aus unterschiedlichen Gründen keine Kredite. Der Kunde muss dazu nicht mal in einer ungünstigen finanziellen Situation stecken. Selbstständige, Studenten und auch Angestellte in Probezeit bekommen bei vielen Banken keinen Kredit. Ein anderer Grund ist der eigene Datenschutz. Da Banken und Geldinstitute in Deutschland mit der Schufa arbeiten, kommt es zu einem Datenaustausch. Viele Verbraucher sehen es nicht ein, dass ein Privatunternehmen, wie die Schufa Holding AG, so viel über ihre Finanzdetails weiß. Und zu dem auch noch Einfluss auf diese nehmen kann. Ein großer Vorteil bei der Aufnahme eines Kredites im Ausland ist der vorherrschende Leitzins und die jeweilige Landeswährung. Hierbei kommt es darauf an, wie die Landeswährung im Vergleich zum Euro steht. Allerdings gilt dieser Vorteil nicht für den derzeitigen Zeitraum. Die EU befindet sich nämlich in einer Niedrigzinsphase und kein Drittland kann dies unterbieten.

In welchen Ländern ist eine Kreditanfrage möglich?

Theoretisch ist es in jedem Land möglich einen Kredit zu beantragen. Das Land sollte es nur erlauben, dass auch im Ausland wohnende Ausländer derartige Transaktionen durchführen können. Bei einer Google-Recherche zu dem Suchbegriff „Kredit aus dem Ausland“ findet sich meist das gleiche Ergebnis: Die Schweiz. Diese ist aber nicht die beste Wahl. Seit einiger Zeit gibt es nämlich bilaterale Verträge zwischen der Schweiz und Deutschland, die diesen „Kredit-Tourismus“ verhindern sollen. Daher weichen Verbraucher immer öfter auf Kredite aus Liechtenstein, Malta und Luxemburg aus. Vor Beginn der Niedrigzinsphase waren Kredite aus Japan eine gern angenommene Alternative.

Was ist bei Auslandskrediten zu beachten?

Es ist wichtig, dass Verbraucher sich genau erkundigen, bevor sie einen Kredit aus dem Ausland annehmen. Es kann sehr leicht zu Komplikationen kommen. Diese geschehen aus den unterschiedlichsten Gründen. Die meisten Auslandskredite laufen über einen in Deutschland ansässigen Finanzvermittler und diese sind oft nicht sehr seriös. Viele von ihnen haben nicht die Absicht passende Kredite an die Kunden zu vermitteln, sondern nur für sich selbst eine hohe Provision herauszuschlagen. Weitere Kosten treten bei den Zinsen auf. Auch ausländische Banken brauchen eine Absicherung und diese geschieht immer über Geld. Die Zinsen bei Auslandskrediten sind meist so hoch, das oft von einem „Wucherzins“ gesprochen wird. Außerdem prüfen ausländische Banken die Kreditwürdigkeit der Antragsstellenden zwar nicht über den Schufa-Score, aber auf anderem Wege. Deshalb sollten sich Verbraucher, die finanziell in keiner guten Lage sind, nicht auf Auslandskredite verlassen. Dazu kommt auch noch, dass viele ausländische Banken allein für die Kreditanfrage Gebühren berechnen. Auch wenn kein Vertrag zustande kommt, zahlt der Antragsstellende. In jedem Fall ist das Rechtssystem des kreditgebenden Landes der ausschlaggebende Punkt. Zum Abschluss dieser Frage ist auch noch das größte Risiko eines Auslandskredites zu erwähnen. Der Verbraucher sollte immer auf die Art des Kredites achten. In vielen Fällen handelt es sich bei Auslandskrediten um sogenannte „endfällige Darlehen“. Das bedeutet, es werden nicht regelmäßig kleine Summen zurückgezahlt, sondern am Ende der Laufzeit der gesamte Betrag.

Gibt es Alternativen?

Für Verbraucher, die keinen Auslandskredit annehmen möchten, aber auch keinen von Banken in Deutschland, gibt es tatsächlich Alternativen. In Deutschland gibt es einige Institute, die trotz negativen Schufa-Eintrages Kredite vergeben. Nach diesem Prinzip handeln auch manche reguläre Banken. Verbrauchern, denen es nur um den Schufa-Score geht, sollten sich auch mit einem Detail dieser Berechnung vertraut machen: Dem Unterschied zwischen Kreditanfrage und Konditionsanfrage. Denn nur ersterer fließt überhaupt in das Schufa-Scoring mit ein. Zwar wird eine Bank, von der man seine persönlichen Kreditkonditionen erfahren will, auch bei der Schufa anfragen. Allerdings wird diese Anfrage nicht in das Scoring übermittelt. Andere Institute können nur zehn Tage lang sehen, dass überhaupt eine Abfrage gestellt wurde, danach wird das Merkmal wieder gelöscht.




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