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Keine Zukunft für Crowdlending in Deutschland

18.08.2018
Bildquelle: © Syda Productions | Dreamstime.com

Kreditanbieter gibt es wie Sand am Meer, manche seriöser als andere. Die Konditionen der angebotenen Kredite variieren sehr oft und die Form des Kredits muss an den Verbraucher angepasst sein. Eine bestimmte Form der „peer-to-peer“-Kredite stellt das „Crowdlending“ dar. Diese besondere Form der Kredite hat in Deutschland allerdings wenig Erfolgschancen, wie jüngste Ergebnisse nun zeigen.

Crowdlending

Crowdlending ist eine Unterform des Crowdfunding. Unter Crowdlending wird verstanden, wenn Kredite direkt von mehreren Privatpersonen an andere Privatpersonen oder Unternehmen ausgegeben werden. Es sind im Fachjargon syndizierte Kredite von Nicht-Banken. Die weltweit erste Plattform für Crowdlending namens „Zopa“ stammt aus Großbritannien. Bereits im Jahr 2005 begann die Plattform Kredite über das Internet zu vermitteln. Mittlerweile sind aber Unternehmen aus den USA die Führer des Crowdlendings. Der Markt in Deutschland entwickelt sich dagegen weitaus langsamer als in den USA oder in Großbritannien. In Deutschland trat „eLolly“ im Jahr 2007 als erster Anbieter auf, aber hat das Geschäft bereits wiedereingestellt. Interessant ist zu sehen, wie Verbraucher und Unternehmen das Crowdlending wahrnehmen. Bereits 2015 hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte eine Befragung zu dem Thema in Deutschland durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass Crowdlending noch kein sehr bekanntes Instrument war. Diese Befragung ist aber schon drei Jahre her und in drei Jahren kann sich einiges ändern.

Verbraucher nicht überzeugt von Crowdlending

Deloitte hat die Befragung nun wiederholt. Dabei zeigte sich, dass Crowdlending mittlerweile kein unbekanntes Instrument mehr ist. 82 Prozent der befragten 250 Unternehmen gaben an, dass sie die Finanzierungsform kennen. Allerdings bedeutet die Bekanntheit an sich noch kein Durchsetzen des Instruments. Nur ein Zehntel der Befragten glaubt, dass die Hausbank künftig nicht mehr Finanzierungspartner Nummer eins sein könnte. Knapp die Hälfte der Unternehmen will in Zukunft die Bindung zur Hausbank sogar stärken. Ein Hauptgrund dafür könnte sein, dass der persönliche Ansprechpartner der Hausbanken immer noch eine ganz entscheidende Rolle spielt. 95 Prozent der Befragten halten einen persönlichen Ansprechpartner für sehr wichtig, wenn es um die Finanzen geht. So ist es keine Überraschung, dass nur fünf Prozent ihren Kredit bevorzugt online abschließen. Auch die Frage nach der Transparenz spielt bei den Befragten eine große Rolle. Herkömmliche Geldinstitute wurden vermehrt als transparenter empfunden als in der Crowd. Ein weiterer Grund, weshalb das Crowdlending als eher schlecht angesehen wird, ist der, dass es zu lange dauert, bis ein Crowd-Kredit bewilligt wird. Auch die Vertragsgestaltung wird von rund 60 Prozent der Befragten schlechter beurteilt, als bei anderen Geldinstituten.

Herausforderungen von Crowdlending

In Deutschland hat Crowdlending kein Potenzial um etablierten deutschen Kreditgewerben gefährlich zu werden. Marktentwicklungen, wie in den Vereinigten Staaten, sind in Deutschland nicht möglich. 2017 wurden an kleine und mittlere Firmen in Deutschland Kredite in Höhe von mehr als 130 Milliarden Euro vergeben. Allerdings machten die Kredite, die davon über Crowlending abgewickelt wurden, nur ein Prozent des gesamten Kreditvolumens aus. Aber nicht nur die niedrige Marktentwicklung von Crowlending, sondern auch sogenannte „Zombie-Firmen“ sind ein Nachteil des Konzepts. So praktisch Crowdlending auch klingt, so sind es vor allem Unternehmen mit einer niedrigen Eigenkapitalquote, die Interesse an Krediten durch die Crowd haben. Sollten die Zinsen wieder steigen und die kleinen Firmen ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können, gehen am Ende die Crowdlender im schlimmsten Fall leer aus. Da Crowdlender unerfahren und zudem weit zerstreut sind, ähnlich wie private Käufer von Mittelstandsanleihen, ist schwer zu sehen, wie eine risikoadäquate Zinsbildung zustande kommen könnte. Zumal dann, wenn es für manche Unternehmen und ihre Eigentümer dann eine Frage des kurzfristigen Überlebens ist. Hier könnte eine größere Herausforderung auf die Crowdlending-Plattformen zukommen.




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