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Instant Payments – Die Zukunft des Bezahlens?

01.08.2018
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Digitale Bezahlverfahren sind weltweit der Renner im Finanzwesen. Sie sind einfach und unkompliziert. Im Zuge der Digitalisierung wird es für Kunden auch immer wichtiger flexibel zu sein und ihre Bank sollte dem Stand halten können. Instant Payments bieten diese Flexibilität. Deutsche Banken haben den Anschluss an die Welle der digitalen Bezahlverfahren zwar zunächst verpasst, aber wollen sich jetzt mehr mit dem Thema „Instant Payments“ auseinandersetzen.

Was sind Instant Payments?

Verbraucher können theoretisch bereits seit November 2017 „Instant Payments“ nutzen, doch die meisten wissen bis heute nicht, um was es sich bei dieser Dienstleistung genau handelt. Einfach ausgedrückt handelt es sich bei den Instant Payments um Echtzeitüberweisungen. Ziel der Echtzeitüberweisungen ist es, dass innerhalb der 34 Länder der SEPA (Single Euro Payments Area) Überweisungen innerhalb von 10 bis 20 Sekunden beim Empfänger ankommen sollen. Maximal kann eine solche Überweisung 15.000 Euro hoch sein. Voraussetzung für die Echtzeitüberweisung ist, dass beide, Auftraggeber und Empfänger, bei einer Bank sind, die Instant Payment anbietet. In Deutschland sind Instant Payments weiterhin eine Neuheit. In anderen europäischen Ländern, wie Großbritannien, Dänemark oder Polen sind die Echtzeitüberweisungen bereits Standard. Die einzigen Banken in Deutschland, die sich aktiv mit der neuen Dienstleistung auseinandersetzen, sind die Sparkasse und die Deutsche Bank. Seit dem 18. Juli bieten die Sparkassen die Echtzeitüberweisungen an. Die Deutsche Bank hat das dritte Quartal 2018 als Startdatum im Auge. Bei anderen Banken wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis diese Echtzeitüberweisungen einführen.

Das Problem mit den Echtzeitüberweisungen

Der Sinn und Zweck hinter den Instant Payments hört sich zunächst sehr praktisch und einfach an. Allerdings ist es in der Ausführung dann doch komplizierter. Das Hauptproblem der Echtzeitüberweisungen ist vor allem, dass Auftraggeber und Empfänger des Geldes beide bei einer Bank sein müssen, die Echtzeitüberweisungen auch anbieten. Derzeit ist dies in Deutschland nur bei sehr wenigen Banken der Fall. Die Dienstleistung kann daher kaum genutzt werden. Durch diese Komplikation ist der Weg offen für die breite Konkurrenz. Neben Google Pay, das in Deutschland nun auch an den Start ging, gibt es auch den weltweit erfolgreichen Bezahldienst „PayPal“. Viele Kunden wenden sich dem Online-Bezahldienst zu, da das Überweisen von Geld mit PayPal sehr einfach für die Verbraucher ist und auch von vielen Onlinehändlern als Bezahlmethode angeboten wird. Ein weiterer Vorteil von PayPal, der dem Kunden entgegen kommt, ist der, dass PayPal selbst die Liefer- und Rechnungsadresse des Kunden an den Online-Händler übergibt. Für den Endkunden entstehen dabei nicht einmal Kosten. Bei den Banken und ihren Echtzeitüberweisungen sieht es da ganz anders aus. Da die Schnelligkeit der Überweisung an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, kosten die Überweisungen die Bank Geld. Dieses Geld wird dann vom Kunden wieder eingeholt. Kunden müssen für jede Echtzeitüberweisung einen gewissen Betrag zahlen. Je nach Bank wird es unterschiedliche Kostenmodelle für die Echtzeitüberweisungen geben. Genaue Preise sind aber noch nicht bekannt. Bisher ist nur bekannt, dass manche Banken bis zu 5 Euro pro Auftrag als Gebühr verlangen.

Zukunftsaussichten der Echtzeitüberweisungen

Genaue Prognosen wie es in Zukunft um die Echtzeitüberweisungen stehen wird, können zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht getroffen werden. Schätzungsweise werden sich die Banken dem System aber nach und nach anpassen. Wichtig ist dabei aber auch, ob die Echtzeitüberweisungen überhaupt eine Dienstleistung sind, die von Kunden erwünscht wird. Sollten sich die Echtzeitüberweisungen etablieren, könnte dies langfristig ein Aus für Debitkarten bedeuten. Beim Instant Payment kann der Verkäufer direkt sein Geld erhalten und muss nicht den Umweg über die Debitkarte gehen. Für den Verkäufer hat dies den Vorteil, dass er die Abgabe an die Kartengesellschaft einspart. Sollte dieser Fall eintreten, erhalten Instant Payments einen disruptiven Charakter. Von „disruptiven Technologien“ wird dann gesprochen, wenn neue Innovationen bereits bestehende Technologien durch Verbesserung alter Strukturen herausfordern und schließlich komplett vom Markt verdrängen.




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