Die Mobile-Payment-Initiative

31.05.2019
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Es gibt bereits zahlreiche mobile Bezahlverfahren, die ganz einfach über das Smartphone funktionieren. Im stationären Handel werden diese aber noch nicht wirklich angeboten. Aber was ist der Grund für diese schwache Bilanz? Weshalb bieten Händler die Bezahlmethoden nicht an und welche Voraussetzungen müssen überhaupt erfüllt werden, damit Kunden mobil bezahlen können?

Studie zu mobilen Bezahlverfahren

Das „EHI Retail Institute“ (kurz: EHI) ist ein Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel und dessen Partner. Das Institut wurde 1989 gegründet und hat seinen Sitz in Köln. Das EHI hatte im Januar diesen Jahres 18 Händlerinterviews mit IT- und Finanzmanagern aus großen Handelsunternehmen zum Thema mobile Bezahlverfahren durchgeführt. Die Interviews zeigten vor allem auf, in welchen Bereichen weiterer Aufklärungsbedarf für mobiles Bezahlen mit dem Smartphone im Handel besteht. Um über die unterschiedlichen Möglichkeiten aufzuklären, hat das EHI mit seinen Partnern die Mobile-Payment-Initiative gegründet. Zu diesen Partnern gehören unter anderem Girocard, Google, Mastercard, Payback, Visa und Wirecard. In Zusammenarbeit mit diesen will das EHI umfassende Informationen zum mobilen Bezahlen bereitstellen. Die Mobile-Payment-Initiative soll vor allem die Kenntnisse über innovative Technologien und die verschiedenen Verfahren und Systeme erhöhen. Ein Resultat dieser Initiative soll sein, dass der Einzelhandel darauf vorbereitet ist, seinen Kunden ein optimales Angebot mobiler Bezahllösungen zu bieten und diese auch umzusetzen. Die Initiative soll zudem auch eine Plattform für den Austausch und Dialog zwischen den Partnern werden. So können sie gemeinsam Stärken und Schwächen einzelner Bezahllösungen diskutieren.

Händler verunsichert

Die Händler sind von dem recht unübersichtlichen Markt, rund um das mobile Bezahlen, noch immer verunsichert. Die Vorteile des Bezahlverfahrens sind nicht ausreichend bekannt und den Händlern ist zudem nicht klar, welche der Lösungen sich bei den Kunden wirklich durchsetzen können. Deshalb ist es auch schwer für die Händler abzuwägen, welche Investitionen sich wirklich lohnen. Dies ist sehr ersichtlich aus den Ergebnissen der Interviews geworden. Rund 36 Prozent der Befragten sind aufgeschlossen gegenüber den mobilen Bezahlverfahren und sehen wahres Potenzial in diesen. Als Vorteile der mobilen Bezahlverfahren wurden von den Befragten vor allem die Vereinfachung des Bezahlens und die Schnelligkeit beim Bezahlen genannt. Allerdings sind die restlichen 64 Prozent der Befragten derzeit noch nicht überzeugt von Mobile Payment. Sie kennen nämlich den Nutzwert der Methode nicht, kennen sich mit dem Thema zu wenig aus oder sie haben Bedenken bezüglich des Datenschutzes oder Angst vor Datenmissbrauch.

Voraussetzungen für Mobile Payment

Damit Kunden überhaupt mobile Bezahlverfahren nutzen können, müssen die Kassenterminals im stationären Handel dafür erst einmal ausgestattet sein. Von den befragten Händlern waren aber bereits alle für mobile Bezahlverfahren, die über NFC („Near Field Communication“) funktionieren, ausgestattet. Das Bezahlen per NFC-Chip wird immer beliebter unter den Konsumenten, was bestimmt auch daran liegt, dass die Händler so gut auf diese Bezahlmethode eingestellt sind. So besitzen zudem auch rund 30 Prozent der Händler einen QR-Code-Scanner und sind damit in der Lage optische Bezahlverfahren zu akzeptieren. Als eine zusätzliche Leistung für ihre Kunden bieten bereits 70 Prozent der Händler einen guten Internet-Empfang und kostenloses WLAN in ihren Geschäften an. Dies hat zwar nichts mit den Bezahlmethoden direkt zu tun, aber ist für die Kunden eine zuvorkommende Dienstleistung.




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