Beratung vor Bestellung

☎ 0351-64757550

(Mo-Fr 8-16 Uhr)

Der Absturz von Wirecard

24.02.2019
Bildquelle: https://www.wirecard.de/

Seit Herbst 2018 ist Wirecard eine der 30 wertvollsten deutschen Aktiengesellschaften und damit auch Mitglied des Deutschen Aktienindex DAX. Lange Zeit ging es für das Unternehmen aus Bayern nur aufwärts. Binnen acht Börsentagen ist der Wert des Unternehmens aber nun um acht Milliarden Euro gefallen. Wie konnte es zu diesem Absturz kommen?

Zerstörtes Vertrauen

Das bayerische Unternehmen Wirecard macht jetzt schon seit einiger Zeit Negativschlagzeilen. Die ganzen Gerüchte und Spekulationen rund um Wirecard begannen am 30. Januar mit einem Artikel der britischen Finanzzeitung „Financial Times“. Der Artikel handelt davon, dass ein Manager von Wirecard Verträge gefälscht haben soll. Mit Hilfe dieser soll der Manager, der in Singapur arbeiten soll, große Geldsummen überwiesen haben. Diese Art der Gerüchte erwecken den Eindruck, dass die Geschäfte in Asien nicht so profitabel sind, wie Wirecard immer behauptet. Solche Gerüchte können leicht dazu führen, dass viel Vertrauen zwischen Wirecard und seinen Kunden zerstört wird. Für das Unternehmen könnte so ein Skandal sehr schnell das Ende bedeuten. Wirecard hat sich nämlich auf Geschäfte im Internet spezialisiert, bei denen eine Menge Vertrauen zwischen Unternehmen und Händler nötig ist.

Was bedeuten diese Vorwürfe für Wirecard?

Um zu verstehen was diese Vorwürfe für Wirecard bedeuten, muss zunächst das Geschäftsmodell des Unternehmens verstanden werden. Hauptsächlich tritt das Unternehmen als Bindeglied zwischen Kunden und Händlern auf. Online-Händler müssen eigentlich für verschiedene Bezahlwege verschiedene Verträge mit Anbietern für jedes einzelne Land abschließen. Wirecard vereinfacht diesen Prozess für die Händler, indem es mehrere Bezahlwege für unterschiedliche Länder aus einer Hand anbietet. Basis des Geschäftsmodells von Wirecard ist das Vertrauen zwischen dem Unternehmen und den Händlern. Dieses Vertrauen ist mit dem Bericht der Financial Times aber nun erheblich erschüttert. Aber nicht nur das Vertrauen musste leiden, auch der Aktienkurs von Wirecard trug erheblichen Schaden davon. Kurz nach Erscheinen des Berichts der Financial Times fiel der Aktienkurs von Wirecard um satte 24 Prozent. Das Unternehmen verlor damit innerhalb von wenigen Stunden rund 2,5 Milliarden Euro an Börsenwert. Die Abwärtsspirale nahm damit aber kein Ende. Es wurden über zehn Milliarden Euro an Börsenwert binnen einer Woche vernichtet. Einen so starken Einbruch am DAX gab es weder zu Zeiten der Finanzkrise 2008 noch nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Wie geht es jetzt weiter für Wirecard?

Bereits im Februar haben die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Staatsanwaltschaft in München die Ermittlungen wegen einer möglichen Marktmanipulation aufgenommen. Aus den USA droht dem bayerischen Unternehmen aber jetzt auch Ärger. Es soll sich dabei um Sammelklagen handeln, aufgrund der angeblichen Verstöße gegen Wertpapiergesetze. Wirecard selbst steht diesen Vorwürfen aber gelassen gegenüber. Das Unternehmen sieht kein Potenzial in diesen möglichen Klagen, da es keine ausreichende rechtliche Grundlage für sie gibt. Ganz im Gegenteil sogar. Wirecard möchte jetzt in die Offensive gehen. Hauptsächlich gegen die Financial Times. Das Unternehmen möchte gegen die „unethische Berichterstattung“ der britischen Finanzzeitung vorgehen. Wirecard selbst bestreitet nämlich jegliche Vorwürfe. In einer Stellungnahme betont das Unternehmen, dass alle Geldflüsse korrekt gebucht wurden und alles legal abgelaufen ist. Auch soll der beschuldigte Manager keine Fehler gemacht haben. Wirklich bewiesen ist aber noch nichts. Erst nach ausführlichen Ermittlungen kann gesagt werden, wie es für Wirecard weitergehen wird.




Weitere Neuigkeiten gibt es unter "Kreditkartennews".


Werfen Sie auch einen Blick in den großen Kreditkartenvergleich.


Deutschland-Kreditkarte