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Bargeldabwertung gegen Wirtschaftskrisen

14.05.2019
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Wirtschaftskrisen geschehen immer wieder. Die letzte große Wirtschaftskrise geschah 2008 und die Nachwirkungen sind bis heute zu spüren. Als Konsequenz sanken die Notenbanken den Leitzins und auf diesem niedrigen Niveau ist dieser auch geblieben. Ein niedriger Leitzins kann bei einer erneuten Wirtschaftskrise für Probleme sorgen. Der IWF entwickelt deshalb Konzepte, um die Wirtschaft in Rezessionen wieder anzukurbeln.

Die Sehnsucht nach Bargeld

Der internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und existiert seit 1945. Hauptaufgabe des IWF ist die Vergabe von Krediten an Länder ohne ausreichende Währungsreserven. Zu den weiteren Aufgabenfeldern gehören die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, die Ausweitung des Welthandels, die Stabilisierung von Wechselkursen und die Überwachung der Geldpolitik. Der IWF hat jetzt ein Arbeitspapier vorgelegt mit dem Titel „Monetary Policy with Negatives Interest Rates: Decoupling Cash from Electronic Money“. In dem Werk geht es darum, wie Sparer in einer Wirtschaftskrise davon abgehalten werden können, ihr Vermögen bei der Bank in bar abzuheben. Schon in vergangenen Jahren haben amerikanische Wirtschaftswissenschaftler zahlreiche Vorschläge zur Reform des Finanzsystems präsentiert. In der deutschen Öffentlichkeit wurden diese allerdings als Angriff auf das Bargeld aufgefasst. In dem Papier des IWF wurde vorgeschlagen das Geldabheben zu verteuern, wie etwa durch einen Strafzins in Höhe von drei Prozent. Dies würde bedeuten, wenn ein Verbraucher 100 Euro abheben will, erhält er vom Geldautomaten nur 97 Euro. Technisch soll dieses Prinzip möglich sein, so das Arbeitspapier. Fraglich ist nur, ob so auch die Sehnsucht nach dem Bargeld unterbunden werden kann.

Probleme innerhalb der Geldpolitik

Auch, wenn das Arbeitspapier des IWF nur ein Vorschlag ist, so akzentuiert es doch ein großes Problem in der derzeitigen Geldpolitik. Alle westlichen Notenbanken haben in den letzten Jahren ihren Leitzins so weit gesenkt, dass er momentan auf dem tiefsten Stand in der Geschichte ist. Dabei ist die Wirtschaft im Westen sogar gewachsen. Nach der Wirtschaftskrise 2008 haben die Notenbanken den Leitzins über die Jahre hinweg auf null Prozent gesenkt. Problematisch an diesem niedrigen Leitzins ist, neben den Nachteilen für Sparer, auch die eingeschränkten Möglichkeiten der Zentralbanken in der nächsten globalen Rezession. Eine Möglichkeit, die es dennoch gäbe, wäre die Verbraucher dazu zu bringen ihr Sparvermögen auszugeben. Ein solcher Nachfrageschub könnte die Wirtschaft nämlich wieder ankurbeln. Das Arbeitspapier des IWF befasst sich genau mit diesem Thema. So geben Sparer, die eine Entwertung ihres Vermögens fürchten, ihr Geld schnell aus. Die Einführung hoher Negativzinsen auf Kontoguthaben reicht dabei aber nicht aus, da Sparer ihr Geld dann einfach zuhause lagern würden. Der Besitz von Bargeld müsste sanktioniert werden, damit die Maßnahme ihre volle Wirkung entfalten könnte.

Kritik an der Bargeldabwertung

Grund für die eigentliche Existenz des Arbeitspapieres des IWF ist der sinkende Handlungsspielraum der Zentralbanken innerhalb der klassischen Geldpolitik. Vor allem für den europäischen Raum spielt dies eine große Rolle. Allerdings gibt es Vorteile wie auch Nachteile an den genannten Möglichkeiten in diesem Arbeitspapier. Ein Vorteil ist, laut den Autorinnen, dass die Maßnahme einer Bargeldabwertung jederzeit wieder rückgängig gemacht werden könnte. Aber die Autorinnen sehen auch einen großen Nachteil bei der Einführung des Strafzinses auf Bargeld. Es ist nämlich eine große Herausforderung den Verbrauchern einen solchen Strafzins erst einmal zu erklären und es ist auch fraglich, ob dies in der Umsetzung so überhaupt möglich ist. Was genau in einer weiteren Rezession passieren würde und was auch von den Verbrauchern angenommen wird, ist abzuwarten.




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