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Bankgebühren – Welche Gebühren müssen Verbraucher wirklich zahlen?

30.04.2018
Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Die meisten Banken verlangen Gebühren für ihre Girokonten. Dabei fallen die Kosten für unterschiedliche Dienstleistungen an. Die Gebühren selbst sind meist relativ klein, aber in der Summer kommt es da schon zu höheren Beträgen. Aufs Jahr gerechnet ist dies nicht nur teuer und ärgerlich, teilweise sind manche Gebühren sogar unzulässig.

Zulässige Bankgebühren

Die bekanntesten Gebühren sind die Kontoführungsgebühren. Diese sind zulässige Gebühren, die monatlich anfallen. Bei manchen Geldinstituten fällt die Kontoführungsgebühr weg, falls regelmäßig Geld auf das Konto eingeht. Bei Direktbanken ist die Kontoführungsgebühr in den meisten Fällen um einiges günstiger als bei Filialbanken. Ein Wechsel zu einem anderen Girokonto kann daher viel Geld sparen. Viele Banken verlangen auch Gebühren für „beleghafte“ Überweisungen. Andere verlangen Gebühren bei Überweisungen im Internet. Gebühren können außerdem anfallen bei Girocards oder Kreditkarten. Früher gab es die Girocard noch kostenlos zum Girokonto dazu, inzwischen fallen bei einigen Banken Jahresgebühren für die Karten an. Kreditkarten kosten in der Regel bei fast jeder Filialbank einen bestimmten Betrag. Des Weiteren ist das Geld abheben bei den eigenen Hausbanken meist kostenlos. Aber auch hierbei gibt es Ausnahmen. Einige Banken erlauben es ihren Kunden nur fünfmal im Monat kostenlos Geld abzuheben. Jedes weitere Mal kostet den Verbraucher. Bei Automaten von fremden Banken fallen immer dann Gebühren an, wenn diese nicht zum gleichen Automatennetzwerk wie die eigene Bank gehören. Auch beim Abheben mit der Kreditkarten verlangen viele Geldinstitute einen Aufpreis. Das Erhöhen der Bankgebühren ist auch zulässig. Ein Widerspruch der veränderten Geschäftsbedingungen bringt den Kunden nicht viel, da die Bank dann das Konto kündigen kann. Diese Preisänderung ist aber nur dann wirksam, wenn das Geldinstitut den Kunden zwei Monate vorher über den Anstieg informiert hat. Außerdem ist das Geldinstitut dazu verpflichtet den Kunden auch darüber zu informieren, dass er sein Konto kostenlos und fristlos kündigen kann. Falls die Banken dies nicht tun, können die Kunden die gezahlten Gebühren zurückfordern.

Unzulässige Bankgebühren

Natürlich dürfen Banken nicht auf jede Dienstleistung eine Gebühr erheben. Einige Banken tun dies aber trotzdem und erheben Gebühren auf eine ganze Reihe von Dienstleistungen, die keine Gebühren kosten dürften. Beispielsweise bewerben einige Banken ihre Girokonten als kostenlos, obwohl sie nur keine Kontoführungsgebühren erheben. Dies ist laut dem Düsseldorfer Landgericht aber nicht erlaubt. Eine Bank darf ein Girokonto nicht als kostenlos bewerben, wenn sie doch Gebühren erheben. Eine weitere unzulässige Bankgebühr, die trotzdem von vielen Banken erhoben wird, ist die Gebühr für die SMS-TAN. Nach dem Bundesgerichtshof (BGH) dürfen Banken und Sparkassen nicht pauschal für jede SMS, mit der sie eine TAN verschicken, eine Gebühr erheben. Verbraucher, die für diese SMS bezahlt haben, können eine Erstattung dieser Gebühren verlangen. Dies gilt für alle Gebühren ab dem Jahr 2014. Eine weitere Gebühr die Banken und Geldinstitute nicht erheben dürfen, ist für das Nacherstellen von Kontoauszügen. Die ersten Kontoauszüge müssen immer kostenlos sein und die zweiten dürfen nur die tatsächlichen Kosten der Bank abdecken (beispielsweise Porto). Auch dürfen Banken keine zusätzliche Bearbeitungsgebühr dafür verlangen, wenn ein Verbraucher bereits höhere Zinsen für ein überzogenes Konto zahlt. In diesem Kontext ist es außerdem nicht zulässig Strafgebühren zu verlangen, die beim Überweisen von einem überzogenen Girokonto anfallen. Der Kunde zahlt nämlich bereits höhere Zinsen und das Risiko der Bank ist bereits abgedeckt. Banken dürfen auch keine Gebühren erheben bei der Kündigung des Girokontos. Auch die Sperrung der eigenen Karte muss kostenlos sein. Banken müssen die Bankkarten kostenlos sperren, wenn sie gestohlen werden, verloren gehen oder missbräuchlich genutzt werden. Eine weitere Dienstleistung für die Banken viel zu oft eine Gebühr fordern, ist die Erstattung einer Ersatzkarte. Falls eine Bankkarte verloren geht oder gestohlen wird, dürfen Banken laut BGH keine Gebühr für die Ersatzkarte verlangen.

Das Zurückfordern unzulässiger Bankgebühren

Eine unzulässige Bankgebühr kann vom Verbraucher zurückgefordert werden, da diese ohne einen Rechtsgrund erhoben wurde. Dieser Anspruch verjährt nach drei Jahren zum Jahresende. Bei pauschalen Buchungsgebühren können Verbraucher aufgrund einer unwirksam erklärten Klausel, diese wieder zurückverlangen. Verbraucher benötigen dazu zunächst den Preisaushang ihres Geldinstitutes. Aktuelle Preisaushänge sind in den meisten Fällen bereits an die neue Rechtsprechung angepasst. Falls der alte Aushang nicht mehr vorliegt, können sich Verbraucher an die Bank wenden, um diesen zu erhalten. Falls tatsächlich die unzulässige Klausel von der Bank verwendet wurde, kann eine Rückforderung mit der Hilfe von alten Kontoauszügen erreicht werden. Unzulässige Gebühren für Ersatzkarten können erstattet werden, indem Verbraucher ihre Bank auf das BGH-Urteil hinweisen und eine Gutschrift für die Gebühren verlangen. Eine weitere unzulässige Gebühr, bei der das Geld zurückgefordert werden sollte, sind die Gebühren für die SMS-TAN. Dafür müssen Verbraucher ihre Kontoauszüge von 2014 bis heute durchschauen und die einzelnen Gebühren zusammenzählen. Dies ist aufwendig, aber lohnt sich. Eine E-Mail mit dem Verweis auf das BGH-Urteil reicht dabei schon. Der Verbraucher sollte dafür eine Gutschrift verlangen. Eine weitere Sache, die viele Verbraucher nicht wissen, ist dass sie sich sogar die Kontoführungsgebühren erstatten lassen können. Verbraucher können diese nämlich von der Steuer absetzen. Dies sind 16 Euro pauschal bei den Werbungskosten. Diese Kosten müssen nicht nachgewiesen werden, außer es sind mehr als 16 Euro, dann sollten entsprechende Kontoauszüge vorhanden sein.




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